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Warum mach ich das eigentlich...?

Aktualisiert: 17. Apr. 2023

Wie bin ich hier bloß reingeraten?!


… kennt ihr das auch, wenn man sich fragt: was zum Geier tue ich hier eigentlich?! Oder auch: Warum tue ich mir das Alles an…?

Warum machst du das denn…?


Ich hab mich das jedenfalls schon recht häufig gefragt. Nun, es ist wohl so, dass mich Eines zum Anderen geführt hat, dass die Dinge sich entwickeln – meistens nicht ganz so, wie man es gedacht hatte – und dann reagierst du darauf. Musik mach ich ja schon seit ewig und drei Tagen. Eigene Songs kamen auch relativ bald ins Spiel. Und, na ja, dann will man halt irgendwann doch mal wissen, ob das irgendjemandem gefallen würde, was man da so zusammenkomponiert hat! Dabei gab und gibt es eine Menge Fallstricke und Hemm- bzw. Hindernisse. Bei mir war es zum Beispiel immer ein Problem, die richtigen Mitstreiter zu finden. Ich verstehe ja meine Musik mehr als „Band-Musik“! Klar spiele ich gerne Songs auf der akustischen Gitarre, das hab ich immer gemacht. Ob am Lagerfeuer oder in irgendwelchen Musikkneipen und Pubs. Aber eigentlich stelle ich mir die meisten meiner Songs mehr als rockige, fetzige, groovende Stücke vor! Mit Rhythmus und Bass, wo auch mal die Füße ein bisschen zucken…! Und dazu fehlten mir halt die Leute. Eine Band zu gründen und zusammen zu halten ist immer eine Herausforderung. Aber mit eigener Musik, wenn dich niemand kennt, du also auch keine guten Auftritte zu erwarten hast, Gage gleich sowieso nicht… da ist es ziemlich unmöglich! Jedenfalls sind das meine Erfahrungen. Natürlich lag es auch an meinen Erwartungen. Die Leute, die mitgemacht haben oder hätten, konnten oder wollten meine hochgesteckten Anforderungen nicht einbringen. Sei es beim Können, Leidenschaft oder schlicht Zeitaufwand. Da hab ich als „Urheber“ natürlich ein ganz anderes Interesse als jemand, der nur sein Instrument spielen und Spass haben will. Oder es gab „Profis“, die zwar die Zeit und die Einstellung gehabt hätten, aber halt leider Geld verdienen wollten oder mussten. Und das fließt eben spärlich bis gar nicht, wenn man mit eigener Musik startet.

Damals vs. Heute…

Okay, früher, als alles noch besser war (was für ein Unsinn! Wer ist darauf eigentlich gekommen??) gab es nur die Möglichkeit, entweder a: eine Band aufzubauen und abzurocken, oder b: alleine mit Klampfe und Gesang den Liedermacher zu geben. Um deine Musik unters Volk zu bringen, musstest du auftreten, Konzerte geben, Straßenmusik machen usw... und Klinkenputzen bei der Musikindustrie und hoffen, dass dich jemand „entdeckt“. Viele großartige Musikschaffende konnten die Bosse leider nie überzeugen, und wurden deshalb niemals bekannt. Heute gibt es dank Internet ganz andere Optionen. Nicht „Jeder“, das ist Käse, aber jeder der die Herausforderung annimmt, kann heute mit relativ schmalem Budget seine Musik aufnehmen, Videos machen, und seine Werke im weltweiten Netz veröffentlichen! Das ist keine Raketenwissenschaft. Aber, es hat wie viele Dinge eine beachtliche Bandbreite. Zum Beispiel kannst du mit deiner Gitarre und deinem Song, anstatt an der Straßenecke bei Hertie zu stehen, ein kleines Smartphone-Video aufnehmen und posten. Das sehen und hören dann mindestens genauso viele Menschen wie bei der Straßenmusik. Der Nachteil ist, an der „virtuellen Straßenecke“ stehen gleichzeitig noch zig-tausend Andere und klampfen ihre Lieder! Wenn man gegen diese Massen rausstechen will, dann wird es auch recht schnell ziemlich kompliziert. Dann musst du anfangen zu lernen: wie macht man vernünftige Aufnahmen und Videos, ohne gleich Quentin Tarantino engagieren zu müssen?! Welche Social-Media-Kanäle soll man nutzen, also wo passt deine spezielle Musik überhaupt hin? Eine Klassik- oder Freejazz- Combo bei TikTok wird´s wohl eher nicht rausreißen… Wie funktioniert das alles in technischer Hinsicht? Da gibt´s verschiedene Audio- und Videoformate, unterschiedliche Dauer deiner Postings, manche werden nach einem Tag gelöscht, andere „vergisst das Netz nie..!“ Natürlich kann man auch bezahlte Werbung machen – im richtigen Musikerleben heißt das wohl „pay to play“. Also Startgeld bezahlen, damit man irgendwo auftreten darf, anstatt Gage zu bekommen. Ist also auch nicht wirklich ne neue Erfindung. Es greift eher das altbekannte Motto: „Viel Feind, viel Ehr!“ Die Herausforderung für mich ist da besonders, mich in dieser Vielfalt nicht zu verzetteln, die für mich sinnvollen Dinge zu lernen, und nicht zu viel von mir zu erwarten. Ich mag es halt, wenn die Sachen die ich mache wenigstens einigermassen gut werden! Andererseits bin ich kein Tonmeister, kein Filmemacher, und kein Marketing-Experte. Ich muss mich aufteilen auf diese Skills, und nebenbei ja auch noch die Musik dazu kreieren und einspielen! Das ist schon eine Menge Holz!

Was Wäre Wenn…

Also, zurück zur Kernfrage: warum das alles!? Für mich gibt es da 3 entscheidende Punkte:

1- ich glaube an meine Musik! Klar weiss ich dass es massenweise Leute gibt, die sich das niemals anhören werden. Aber es gibt auch einige, denen es gefällt was sie von mir kennen. Und ich bin utopisch genug veranlagt um mir auszurechen: wenn einer von 20 Menschen, die meine Musik hören, was damit anfangen kann, dann wären es bei 2 Millionen Menschen schon ungefähr 100.000 Leutchen, denen das gefällt! In unserem deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Schweiz und Österreich, leben grob 100 Mio. Wenn man davon nur 2 % erreichen könnte, dann kommt man schon auf diese Zahlen. Ist einen Versuch wert, oder?!

2 - es macht Spass! Sicher, gerade für jemanden wie mich, der noch ohne Computer, Smartphones usw. aufgewachsen ist, stellt die neue Technik mit all ihren Möglichkeiten eine riesige Herausforderung dar. Aber glücklicherweise kommen mir zwei Dinge dabei sehr entgegen. Erstens lerne ich ziemlich gut und schnell, und zweitens gibt es für ziemlich Alles eine Menge an kostenlosen Tutorials und Erklärungen im Internet. Natürlich macht ein bisschen Youtube-Kurs keinen Toningenieur aus dir. Aber es muss auch nicht alles super-professionell sein, was man online stellt. „Perfekt“ ist bekanntlich der größte Feind von „Gut“, und wenn die Songs etwas taugen und die Performance stimmig ist, dann sollte das für den Anfang genügen. Jedenfalls macht es mir richtig Laune wenn ich sehe, wie meine Ideen im Homestudio und vor der Smartphoe-Kamera Gestalt annehmen! Und ich finde, die Ergebnisse sind schon ganz brauchbar. Den weiteren Feinschliff kriegt man dann bestimmt rein, wenn man das Ganze oft genug macht und lange genug durchhält.

3 – und das ist der Hauptgrund für mich: ich könnt es mir nicht vergeben, wenn ich es nicht versucht hätte! Diese leidige „Was-Wäre-Wenn“ Frage möchte ich mir niemals stellen müssen. Mir ist schon klar, dass die ganze Sache auch völlig untergehen kann. Ich bin ja ziemlich spät dran, und eine großartige Musiker-Karriere wird es kaum nochmal werden. Aber das muss auch gar nicht sein. Ich hatte auch schon oft Momente wo ich mir gesagt hab – Ach Alter, lass es doch einfach gut sein. Such dir ein ruhiges Plätzchen, geh Angeln und Spazieren und mach dir nicht so nen Stress mit all dem. Doch dann denk ich an die Menschen, die mich ermuntert haben, weil sie es gut fanden. Und an die vielen erfolgreichen Beispiele von anderen Künstlern, die tolle Konzerte geben oder Millionen Fans im Internet haben, und die sehr wahrscheinlich am Anfang genauso gedacht haben: … wer will mich schon hören…?! Und die ich gesehen und gehört habe und bei mir dachte „das kannst du auch. Vielleicht sogar besser.“

Einfach machen…!

Tja, so ist das im Leben. Man wird niemals rausfinden ob etwas klappt, wenn man es nicht versucht! Und das Risiko ist ja überschaubar. Ausser einem gekränkten Ego kann nicht viel schiefgehen. Einfach mal probieren, anfangen und loslegen, und schauen wohin es führt. Wenn sich nach einer Weile Türen öffnen, prima! Dann seh ich wo es sich lohnt durchzugehen. Und wenn nicht… dann geh ich eben Angeln!

Geschafft! Das wär´s für heute.

In diesem Sinne: Danke ich euch für´s Lesen und für euer Interesse! Ich hoffe wir sehen und /oder hören uns bald wieder! Bis dahin...
… Pay attention to the Poet! Because you need him – and you know it!...
euer AnDree

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